Wie ein Softwareprojekt abläuft: Zuschnitt, Bau, Übergabe
Zwölf Wochen, drei Phasen, ein Festpreis pro Phase. Was in jeder Phase passiert, was Sie dafür tun müssen und was Sie am Ende in der Hand haben: von der ersten Dokumentation bis zum Quellcode in Ihrem Besitz.
Die meisten Softwareprojekte scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass zu Beginn niemand genau wusste, was gebaut werden soll, und am Ende niemand sagen konnte, ob es fertig ist. Unser Ablauf ist darauf angelegt, beide Probleme zu vermeiden: Am Anfang steht eine Phase, die nur dem Verstehen dient, und am Ende eine Abnahme gegen Fälle, die vorher vereinbart wurden. Dazwischen liegt der Bau, mit einer Vorschau jede Woche.
Der Überblick
| Phase | Wochen | Ergebnis | Ihr Beitrag |
|---|---|---|---|
| Zuschnitt | 1–2 | Dokumentierter Ablauf, Datenmodell, Abnahmefälle, Architektur, klickbarer Entwurf, Festpreis für den Bau | Zwei bis drei Termine mit der Fachperson, Beispiele, Zugang zu den Systemen |
| Bau | 3–8 | Die Anwendung mit Schnittstellen und Tests; jede Woche ein Stand zum Ausprobieren | Eine Stunde pro Woche für die Vorschau, Antworten auf Rückfragen innert Tagen |
| Übergabe | 9–12 | Abnahme mit echten Aufträgen, Schulung, Dokumentation, Quellcode in Ihrem Besitz | Parallelbetrieb im Team, Abnahme, Entscheid über die Weiterentwicklung |
Zuschnitt: Wochen 1 bis 2
Der Zuschnitt beginnt damit, dass wir zuschauen. Nicht in einem Sitzungszimmer, sondern am Arbeitsplatz der Person, die den Ablauf täglich macht. Wir sehen, welche Fenster offen sind, wo sie nachschlägt, was sie abtippt, wo sie zögert. Daraus entsteht eine Beschreibung des Ablaufs, wie er wirklich ist, und eine Liste der Regeln, nach denen entschieden wird.
Dann folgen die Daten: Welche braucht die Anwendung, woher kommen sie, wohin gehen die Ergebnisse? Wir prüfen die Schnittstellen der beteiligten Systeme und bauen, wo nötig, einen ersten Testzugriff, damit keine Überraschung im Bau wartet. Parallel entsteht ein klickbarer Entwurf: noch keine Anwendung, aber Bildschirme, durch die man sich durchklicken kann, um zu prüfen, ob die Reihenfolge stimmt.
- Die Beschreibung des Ablaufs, mit Regeln und Ausnahmen, in Ihrer Sprache.
- Das Datenmodell: Welche Dinge gibt es, wie hängen sie zusammen, woher kommen sie.
- Die Abnahmefälle: zehn bis dreissig konkrete Fälle aus Ihrem Alltag, die die Anwendung richtig behandeln muss. Das ist der Massstab für «fertig».
- Die Architektur: Bausteine, Hosting, Schnittstellen, Sicherheit, verständlich erklärt.
- Der klickbare Entwurf.
- Ein Festpreis für den Bau.
Bau: Wochen 3 bis 8
Im Bau entsteht die Anwendung, und zwar in einer Reihenfolge, die früh etwas Nutzbares ergibt: zuerst der Kern des Ablaufs mit echten Daten über die Schnittstelle, dann die Ränder, Sonderfälle und Komfort. Den Code schreiben Claude Code und Codex; wir beschreiben, prüfen und steuern. Was das für die Qualität bedeutet, erklärt der Artikel Wir entwickeln mit KI.
Jede Woche gibt es einen Stand, den Sie ausprobieren können: eine Adresse im Browser, Testdaten, eine kurze Notiz, was neu ist und worauf wir Ihre Rückmeldung brauchen. Die Fachperson klickt sich durch und sagt, was nicht stimmt. Das fliesst in die nächste Woche ein. So gibt es am Ende des Baus keine grosse Enthüllung, sondern eine Anwendung, die das Team schon kennt.
Neue Wünsche kommen im Bau immer. Sie landen auf einer Änderungsliste. Was den vereinbarten Umfang nicht sprengt, bauen wir ein. Was ihn vergrössert, besprechen wir offen: jetzt, mit Preis, oder nach der Übergabe als erste Erweiterung. So bleibt der Festpreis ein Festpreis, und Sie entscheiden, nicht wir.
Übergabe: Wochen 9 bis 12
Die Übergabe beginnt mit der Abnahme: Die im Zuschnitt vereinbarten Fälle laufen durch die fertige Anwendung, mit echten Daten, vor Ihren Augen. Was durchläuft, ist abgenommen. Was nicht, ist unsere Sache. Danach läuft die Anwendung einige Wochen parallel zum alten Ablauf, bis das Team ihr traut.
- Schulung: für die, die täglich damit arbeiten, und getrennt für die, die sie verwalten. Am Arbeitsplatz, mit echten Fällen.
- Dokumentation: in zwei Teilen. Eine für Benutzer, in Ihrer Sprache. Eine technische, für den nächsten Entwickler, wer auch immer das ist.
- Betrieb: Hosting auf Ihren Namen, Zugänge bei Ihnen, Sicherungen eingerichtet und geprüft. Mehr dazu in Modul 08.
- Quellcode: in einem Repository, das Ihnen gehört, mit allen Rechten. Warum das wichtig ist, steht im Artikel Der Quellcode gehört Ihnen.
- Entscheid über die Weiterentwicklung: Weg A oder Weg B, siehe unten.
Nach der Übergabe: zwei Wege
- Wir richten Claude Code oder Codex bei Ihnen ein und schulen eine Person.
- Kleine Änderungen (Felder, Texte, Regeln) macht Ihr Team in Stunden.
- Wir bleiben für Fragen und für grössere Eingriffe erreichbar.
- Passt zu Betrieben mit einer technikaffinen Person, die den Ablauf versteht.
- Ein monatliches Kontingent für Änderungen, Updates und Betreuung.
- Sicherheitsupdates und Überwachung inbegriffen.
- Feste Ansprechperson, feste Reaktionszeiten.
- Passt zu Betrieben, die sich nicht um Software kümmern wollen.
Beide Wege lassen sich wechseln, und viele Kunden kombinieren sie: Weg A für den Alltag, ein kleines Kontingent für Updates. Die Einzelheiten stehen auf unserer Seite zur Arbeitsweise.
Was das Projekt von Ihnen verlangt
Zeit, und zwar an den richtigen Stellen: im Zuschnitt zwei bis drei halbe Tage mit der Fachperson, im Bau eine Stunde pro Woche für die Vorschau, in der Übergabe die Bereitschaft des Teams, parallel zu arbeiten. Dazu Antworten auf Rückfragen innert Tagen, nicht Wochen, und eine Person, die entscheiden darf. Was Sie vor dem Start klären sollten, steht im Artikel Ein Softwareprojekt vorbereiten.
Wenn Sie wissen wollen, wie dieser Ablauf auf Ihren Fall passt, ist das Erstgespräch der erste Schritt: vierzig Minuten, unverbindlich, mit einer klaren Aussage am Ende.
Häufige Fragen
Was, wenn der Zuschnitt ergibt, dass das Projekt grösser ist als gedacht?
Dann sagen wir das am Ende der zweiten Woche, mit dem Festpreis für den Bau. Sie entscheiden, ob Sie den vollen Umfang bauen, einen Teil, oder gar nichts. Meist teilen wir dann in zwei Projekte: zuerst der Kern, dann der Rest, mit dem Wissen aus dem Betrieb.
Können wir während des Baus die Richtung ändern?
Kleine Korrekturen sind der Zweck der wöchentlichen Vorschau. Grosse Richtungsänderungen sind ein Zeichen, dass im Zuschnitt etwas übersehen wurde; dann halten wir an, klären, und passen Umfang und Preis offen an. Weiterbauen in die falsche Richtung hilft niemandem.
Wie viele Leute arbeiten an unserem Projekt?
Eine Person führt es von Anfang bis Ende, und zwar dieselbe, die Sie im Erstgespräch kennengelernt haben. Den Code schreiben die KI-Werkzeuge. So gibt es keine Übergabe zwischen Verkauf und Entwicklung, bei der die Hälfte des Verständnisses verloren geht.
Kommt aus dem digitalen Produktmanagement: hat Software gebaut, betreut und optimiert. Führt bei Synesis jedes Projekt selbst, vom Erstgespräch bis zur Abnahme, und baut Anwendungen mit KI, etwa den Pumpenauslegungs-Auftritt für Biral und den 3D-Konfigurator mit CRM und Produktionsportal für Nokto. Versteht zuerst den Ablauf, legt dann Architektur und Schnittstellen fest und prüft jede Änderung, bevor sie live geht.
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